U5: Sorge wegen Verzögerung

CDU, Linke und Wirtschaft äußern sich zum Ausbau ins Europaviertel

Frankfurt – In Frankfurt haben sich Oppositionsfraktionen und die Industrie- und Handelskammer besorgt zur späteren Inbetriebnahme der U-Bahn-Linie U5 ins Europaviertel und zum Römerhof geäußert. Die gut drei Kilometer lange Strecke wird frühestens 2029 fertig, weil die zuständige Gesellschaft SBEV mehrfach mit der Vergabe von Aufträgen an Baufirmen gescheitert ist. Die Stadtbahn Entwicklung und Verkehrsinfrastrukturprojekte Frankfurt GmbH (SBEV) macht die Marktlage und überhöhte Preise verantwortlich.

Für Frank Nagel, den mobilitätspolitischen Sprecher der CDU im Römer, steht fest: „Die Verzögerung bei der U5 ins Europaviertel mag mit der aktuellen Marktlage erklärbar sein – für den Magistrat ist sie ein Weckruf.“ Der ÖPNV-Ausbau stocke insgesamt, auch bei der U5-Verlängerung zum Frankfurter Berg, der Ringstraßenbahn, dem Einsatz der T-Straßenbahnwagen und dem gesamten Straßenbahnkonzept. „Jetzt muss das Dezernat die Ausbauprojekte priorisieren und verlässliche Fahrpläne und Angebotsstabilität sichern“, sagte Nagel.

Clemens Christmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt, sieht Kapazitätsengpässe nicht nur beim Ausbau der U5, sondern auch beim Erhalt der Straßen-, Energie- und Gebäudeinfrastruktur. „Der Mangel betrifft nicht nur Arbeitskräfte, sondern zunehmend auch Fachpersonal für Planungen und Genehmigungen in Unternehmen und Behörden.“ Angesichts der langen Planungs-, Genehmigungs- und Bauzeiten von Infrastrukturprojekten solle die Stadtpolitik ihre zeitlichen Klimaziele strecken, forderte er. Das Klimaziel 2035 in Frankfurt sei „unrealistisch“.

Daniela Mehler-Würzbach, mobilitätspolitische Sprecherin der Linken, nannte die verzögerte Inbetriebnahme einen „Skandal“. Es sei schon ein Fehler gewesen, das Europaviertel ohne Schieneninfrastruktur zu bauen.