Zwei Neue bieten E-Scooter an
Sechs Unternehmen künftig aktiv
Frankfurt – In Frankfurt kommen zwei neue Anbieter von E-Scootern auf den Markt. Wie das Mobilitätsdezernat mitteilt, startet Ride Movi sein Angebot am 4. Oktober. Ab Februar 2026 kommen weitere E-Scooter von Ryder hinzu. Damit sind künftig sechs Wettbewerber in Frankfurt unterwegs. Schon jetzt gibt es Leihroller von Bolt, Dott, Lime und Voi.
Insgesamt stehen in Frankfurt bislang 12000 E-Scooter zur Auswahl. Diese Zahl soll auch durch die beiden neuen Anbieter nicht steigen. „Das vorhandene Kontingent wird lediglich auf mehr Anbieter verteilt“, teilt das Mobilitätsdezernat mit.
In der Stadt müssen alle Anbieter von E-Scootern eine Sondernutzungserlaubnis beantragen. Sie enthält die Regeln, welche die Unternehmen einzuhalten haben. Dazu zählt unter anderem, wo die E-Scooter abgestellt werden dürfen, und wo nicht. Abgestellt werden dürfen sie an Mobilitätsstationen und dort, wo sie andere Verkehrsteilnehmer nicht behindern, etwa vor Zebrastreifen, Ampeln oder mitten auf dem Gehweg.
Die Stadt überwacht die Einhaltung der Regeln seit gut einem Jahr mit einem „Curbside Management“. Dort lässt sich erkennen, wo ein E-Scooter falsch parkt. Diese Information wird dann an die entsprechenden Anbieter weitergeleitet, die einen Tag Zeit haben, den E-Scooter umzuparken. Das funktioniert ganz gut, wie Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) hervorhebt: Die Anbieter würden mittlerweile zwei Drittel aller Falschparkermeldungen innerhalb eines Tages beheben. „Die Zahl der Beschwerden nimmt spürbar ab“.
Auch ein regelmäßiger Austausch mit den Anbietern und die Einführung von Mobilitätsstationen habe die Situation im Straßenraum befriedet. Im Jahr 2019, als die ersten E-Scooter durch Frankfurt fuhren, und den Jahren darauf bekam das Mobilitätsdezernat eine Flut von Beschwerden über falschparkende E-Scooter.
In Frankfurt gibt es mittlerweile 150 Mobilitätsstationen, an denen die Anbieter ihre E-Scooter abstellen können, nachdem die Batterien über Nacht geladen wurden. Sie befinden sich vor allem im Bahnhofsviertel und in der Innenstadt, einige in Bockenheim oder Sachsenhausen. Künftig will die Stadt die Mobilitätsstationen für E-Scooter in weiteren Stadtteilen anbieten und „schrittweise auf das gesamte Stadtgebiet übertragen“, hielt Mobilitätsdezernent Siefert fest.
Die lokale Nahverkehrsgesellschaft Traffiq unterstützt das Dezernat beim Thema E-Scooter. Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold kündigt an, die künftige Höchstzahl der Anbieter neu bewerten zu wollen: „Um ein sinnvolles Mikromobilitätsangebot machen zu können und zudem zu vermeiden, dass sich zu viele Anbieter die verfügbaren Flächen teilen müssen, prüfen wir im Auftrag der Stadt derzeit Alternativen zur aktuellen Vorgehensweise. Ein neues Verfahren wird dazu in den kommenden Monaten ausgearbeitet.“
Aus Sicht von Frank Nagel, dem mobilitätspolitischen Sprecher der CDU im Römer, hätte diesen Prüfung schon erfolgen sollen. „Seit Sommer 2023 steht die Ausschreibung des E-Scooter-Angebots im Raum. Passiert ist nichts“, sagt er. Abseits der Innenstadt stünden immer noch zu viele E-Scooter kreuz und quer. „Wir brauchen jetzt ein Ausschreibungsverfahren – stadtweit, mit harten, durchsetzbaren Regeln.“
Das Mobilitätsdezernat teilt wiederum mit, man könne E-Scooter, die falsch parken, auch über die Falschparker-App von Nivel melden.
