Leistung schnellstmöglich ausweiten

Grüne und CDU fordern Ausbau im ÖPNV und langjährige Vernachlässigung aufzuarbeiten.

Frankfurt. Nach dem ersten Schritt zur Rückkehr zum Normalfahrplan bei der U-Bahn diese Woche werden Forderungen nach einem Ausbau des Nahverkehrs laut. Die Grünen setzen dabei vor allem auf neue Strecken, die CDU fordert auch mehr Abstellmöglichkeiten.

„Niemand wollte den ‚ehrlichen‘ Fahrplan“, sagt Katharina Knacker, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer. Es müsse nun wieder um Ausbau im Nahverkehr gehen. „Wünschenswert ist ein ÖPNV, der jeden von überall her schnell und sicher zum Ziel bringt.“ Dafür seien neue Linien im Straßenbahnnetz beschlossen und die Koalition habe „beim Ausbau der U-Bahn viel vorangebracht“. Knacker führt die Fortschritte der Planungen für den U4-Lückenschluss, die U5-Verlängerungen zum Frankfurter Berg und zum Römerhof sowie die Ringstraßenbahn an.

In der Stadtpolitik gebe es breiten Konsens: „Alle wollen mehr ÖPNV“, sagt Knacker. Es gehe darum, „die Leistung so schnell wie möglich auszuweiten“. Dafür seien mehr Fahrer, aber auch mehr Wagen nötig. „Ideal wäre es, wieder das Angebot der Nachfrage anpassen zu können.“ Zuletzt hatte die Stadt Ende Januar 2024 das Angebot bei U-Bahn, Straßenbahn und einigen Buslinien wegen Personalmangels reduziert. Ab Montag sind mit U4 und U5 die ersten beiden Linien wieder im Regeltakt unterwegs. Für die anderen U-Bahn- sowie die Buslinien ist die Rückkehr zum Normalangebot ab dem Fahrplanwechsel im Dezember noch in Prüfung.

Dringend zu bestellen

Dem Lob schließt sich Frank Nagel an, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Nun muss die politische Unterstützung für den Nahverkehr dauerhaft so stark bleiben.“ Es gelte, langjährige Vernachlässigung aufzuarbeiten. Konkret fehle außerdem Werkstattpersonal, und mit einem ausgeweiteten Angebot steige auch dort die Arbeitsleistung. Angesichts des Bevölkerungswachstums sei ein dichterer Takt auf vielen Linien notwendig.

Drängender werde die Bestellung der nächsten Stadtbahnwagengeneration, des U6-Wagens. Denn die 39 Wagen vom Typ U4 seien nicht nur unklimatisiert, sondern die ältesten über 30 Jahre alt. Kurzfristig sei eine Modernisierung möglich, allerdings werde die Ersatzteilverfügbarkeit immer problematischer. Ebenso sei ein Engpass bei Parkmöglichkeiten für U- und Straßenbahnwagen absehbar, warnt Nagel. Deshalb dürfe Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) die Entscheidungen für den Ausbau des Betriebshofs Gutleut und der Abstellanlage Eckenheim nicht weiter herauszögern. „Das muss jetzt politisch gewollt auf die Schiene gesetzt werden.“

Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann