Tram-Stopp wird doch früher umgebaut
Dezernent will barrierefreie Haltestelle in Münchener Straße am Hauptbahnhof
Frankfurt – Die Straßenbahnhaltestelle Hauptbahnhof in der Münchener Straße soll wohl doch schneller als bisher geplant barrierefrei umgebaut und für Fahrgäste erheblich bequemer werden. Das hat Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) am Montagabend im Mobilitätsausschuss im Römer angekündigt.
Der Umbau dieses Tram-Stopps sei „schon länger Thema“ bei der städtischen Verkehrsgesellschaft (VGF), erinnert Siefert. Das sei auch höchste Zeit, drängt Hannes Heiler von der Frankfurter Behinderten-Arbeitsgemeinschaft (FBAG) in der Bürgerfragestunde des Ausschusses. Es sei ein Unding, dass es mit dieser sowie den Haltestellen Weser-/Münchener Straße und Karmeliterkloster drei Stopps in so zentraler Lage gebe, die noch immer nicht barrierefrei seien.
Die Haltestelle Hauptbahnhof/Münchener Straße wird von den Linien 11, 12 und 14 angefahren. Für die 12 ist sie der einzige Hauptbahnhof-Halt. Der barrierefreie Umbau hier solle erst erfolgen, nachdem die Haltestelle Hauptbahnhof samt der zuführenden Strecken viergleisig ausgebaut sei, hatte die VGF zuletzt auf Anfrage dieser Zeitung erklärt. Das ist bis 2029 vorgesehen. Bis dahin sei über eine provisorische Lösung nachgedacht worden, erklärt Siefert. Das sei aber wegen der vielen Grundstückszufahrten verworfen worden.
Münchenersack komplett neu machen
Stattdessen soll der Umbau in der Münchener Straße nun doch in die Bauarbeiten am Hauptbahnhof-Vorplatz eingebunden werden, kündigt der Dezernent an. Für das Großprojekt müsse ohnehin das Gleisdreieck, das die Strecke aus der Münchener Straße mit der Strecke Richtung Platz der Republik und Baseler Platz verbindet, „angepackt“ werden. „Aller Voraussicht nach“ werde dabei auch die Haltestelle gleich mit umgebaut. Allerdings: „Das ist noch nicht definitiv“, sagt der Dezernent.
Noch weiter als der Dezernent wollen die Stadtverordneten gehen: Die CDU hat beantragt, gleich den ganzen „Münchenersack“, also den Sackgassen-Abschnitt westlich der Moselstraße, im Zuge des Tram-Umbaus am Hauptbahnhof umzugestalten. Nicht nur barrierefreie Haltestellen soll es geben, auch breitere Gehwege, Lade- und Lieferzonen, Stellflächen für E-Scooter, Außengastronomie, Bäume.
Auch ein städtebauliches Gesamtkonzept fordert die CDU, um das Straßenbild aufzuwerten sowie Sauberkeit und Verkehrssicherheit zu verbessern. Bisher ist der Abschnitt geprägt von viel Auto- und Lieferverkehr. Gehwege und Fahrbahn werden zum Abstellen von Waren und Müll genutzt. In den Haltestellenbereichen liegt Müll, stehen Abfalltonnen, Fahrräder, E-Scooter. Wendende Fahrzeuge und Falschparker behindern oft die Trams.
Dass der Dezernent nun den zeitgleichen Umbau ankündigt, „da freuen wir uns sehr“, sagt Frank Nagel, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Fast alle Fraktionen kündigen Zustimmung für den CDU-Antrag an, auch die Rest-Koalitionäre von Grünen, SPD und Volt sowie die Linke. „Es ist wirklich gefährlich an dieser Stelle“, mahnt Daniela Mehler-Würzbach (Linke) an. „Wenn wir wollen, dass die Menschen den öffentlichen Nahverkehr gerne nutzen, sollten wir ihn auch sicher machen.“
