Baustellen-Infos sollen besser fließen
Stadtrat Siefert verspricht mehr Kommunikation – Firmen sind selbst zuständig
Die Bürger zu schlecht über Straßenbaustellen zu informieren, das wirft die CDU-Opposition der Stadt vor. Von Mobilitätsstadtrat Wolfgang Siefert (Grüne) fordert eine Mehrheit der Stadtverordneten nun Vorschläge für bessere Informationen ein. Der will liefern.
„Erst informieren und einbinden, dann bauen“, fordert Frank Nagel, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Sonst würden Ärger, Umwege und Mehrkosten produziert. „Die Frankfurter brauchen Klarheit vor den Maßnahmen.“ Er hoffe, dass nach dem jüngsten Unbill mit Baustellen „der Ärger groß genug“ gewesen sei, „damit wir endlich lernen, dass das Informieren vor das Bauen gesetzt werden muss“.
Bei mehreren Baustellen hatten sich zuletzt Anlieger beschwert, nicht rechtzeitig und umfassend informiert worden zu sein. Das betraf etwa die jüngsten Arbeiten in der Wilhelmshöher Straße in Seckbach. Auch fehlten die Informationen zu den Kanalarbeiten in Alt-Schwanheim im städtischen Infoportal „Mainziel“ selbst nach deren Beginn.
„Größerer Fokus auf Information nötig“
Laut Nagel waren dort auch die Informationen zur Sperrung der Bockenheimer Landstraße falsch. Die Sperrung des Mainkais noch Tage nach dem Mainfest war ebenso nicht hinterlegt. Und in der Willemerstraße in Sachsenhausen gab es ebenfalls Beschwerden über mangelnde Informationen.
Zu Letzterem widerspricht Siefert konkret: „Die Behauptung ist nicht korrekt, dass wir nicht informiert hätten.“ So habe es zu den Leitungsarbeiten der Netzdienste Rhein-Main (NRM) wie auch der anschließenden Radwegmarkierung sowohl eine Pressemitteilung gegeben wie auch ein Schreiben an den Ortsbeirat.
Allerdings räumt er ein: „Wenn man sieht, was in den nächsten Jahren an Baustellen in der Stadt noch vor uns liegt, muss das Thema Information einen noch größeren Fokus kriegen.“ So müssten auch die neu eingeführten Informationsschilder an den Baustellen noch besser werden. Die NRM sowie die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) gingen hier vorbildlich voran. Wie die Stadt die Informationen verbessern will, werde er demnächst ausführlicher berichten, kündigt Siefert an.
Straßenverkehrsamt ergänzt Infos
Ja, die Stadt bemühe sich, gesteht FDP-Verkehrspolitiker Sebastian Papke zu. Aber: „Wir sehen oft, dass Informationen nicht ankommen oder nicht in allen Briefkästen landen.“ Das müsse besser werden, und es reiche ein einziger Kommunikationsweg wie Flugblätter in den Briefkästen nicht aus. „Denn die Akzeptanz für Baustellen ist schon am Limit.“
Tatsächlich erfolgt die Information über Straßenbaustellen nicht komplett gebündelt. „Unsere verkehrliche Kommunikation beschränkt sich regelhaft auf Maßnahmen, die das strategische Grundstraßennetz betreffen“, erläutert Petra Lau, die Leiterin des Straßenverkehrsamts. „Im Rahmen unserer Aufgabe und Zuständigkeit“ ergänze das Amt die Kommunikation der Betreiber der Baustellen.
So sind wohl fehlende Informationen in „Mainziel“ erklärbar. So sei etwa für die Kommunikation der Sperrungen nach und vor den Festen das städtische Servicecenter Veranstaltungen zuständig, so Lau. Die Kritik an fehlenden Informationen zur Bockenheimer Landstraße findet sie „unverständlich“, da diese Zeitung selbst geurteilt habe, dass diese Infos „vorab offenbar gut kommuniziert“ wurden. Die Mainova habe Anwohnerinfos und Pressemitteilungen herausgegeben, während das Amt über den städtischen Newsletter sowie einer Sonderseite auf „Mainziel“ informiert habe.
In Alt-Schwanheim gebe es großformatige Infotafeln, dort arbeite das Amt für Straßenbau und Erschließung. Jeweils sieben Tage vor dem nächsten Bauabschnitt der Wanderbaustelle würden diese aufgestellt. In der Wilhelmshöher Straße findet Petra Lau die Kritik ebenso „unverständlich“: Bereits Anfang Juli habe die Mainova den Ortsbeirat informiert, und sie habe am 3. und noch einmal am 27. Juli Flyer und Anwohnerschreiben verteilt.
Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann
