Neue Straßenbahnen treffen ein

CDU sieht trotz Lieferung weiteren Bedarf wegen der anstehenden Netzerweiterung

Nach gut einem Jahr Verzögerung liefert die französische Firma Alstom die ersten neuen Straßenbahnen nach Frankfurt. Die Bahnen vom Typ Citadis laufen in Frankfurt unter der Bezeichnung T, sie sollen auf der Linie 11 fahren. Die Benennung der Straßenbahnen mit fortlaufenden Buchstaben hat in der Stadt Tradition – vom Typ A aus dem Jahr 1899 bis zum Typ S von 2003.

2018 hatte die VGF 43 neue Straßenbahnen bei Alstom bestellt. Diese sollten von 2020 bis 2030 geliefert werden. Kosten: 113,5 Millionen Euro. Laut CDU im Frankfurter Römer reicht das aber nicht aus, um den Bedarf an Straßenbahnen in der Stadt zu decken.

Wie Frank Nagel (CDU), der künftige verkehrspolitische Sprecher seiner Fraktion, mitteilt, fahren in Frankfurt 38 R-Wagen aus dem Jahr 1993. Fahrgäste erkennen sie sommers an der fehlenden Klimatisierung. Außerdem sind sieben alte Hochflurfahrzeuge vom Typ Pt im Einsatz. Hochflur bedeutet, dass Fahrgäste Stufen in den Wagen hinauf oder hinab müssen – barrierefrei sind sie also nicht.

Die neuen T-Wagen sollen die alten Fahrzeuge nach und nach ersetzen. Gleichzeitig ist der Ausbau der Streckenkapazität geplant. So soll es laut Nahverkehrsplan 2025+ drei neue Linien in der Stadt geben: die Linie 13 vom Industriehof zur Heilbronner Straße, die Linie 19 von der Friedberger Warte zur Stadtgrenze Offenbach und die Linie 20 vom Rebstockbad in die Bürostadt Niederrad.

„Noch sind die neuen Straßenbahnen der Bauart T nicht ausgeliefert, da zeichnet sich der nächste Engpass ab“, sagte Nagel. „Das wachsende Straßenbahnnetz erfordert zusätzliche Fahrzeuge, der bloße Ersatz der alten Wagen reicht nicht.“ Nagel forderte den Magistrat auf, jetzt schon neue T-Wagen zu bestellen.

Bei Veranstaltungen im Waldstadion unter der Woche, zum Beispiel bei Spielen von Eintracht Frankfurt in der Europa League, würden die Linien 11 und 21 von Mittag an ausgedünnt werden, damit am Abend der Stadionverkehr umgesetzt werden könne. „Sollen wir hoffen, dass die Eintracht keinen erfolgreichen Europaauftritt hat?“, fragte Nagel. Die Baureihe R müsse ersetzt werden, absehbar auch die nachfolgende Baureihe S.

Nagel forderte, schon jetzt die Option zu nutzen, weitere 12 oder 13 Fahrzeuge vom Typ T zu kaufen. Sie seien eine Alternative „zu den fahrgastunfreundlichen R-Wagen“, sagte er.

Die VGF hatte angekündigt, 35 R-Wagen nach Budapest verkaufen zu wollen; in Ungarn sollen sie mit Klimaanlagen ausgerüstet werden. Das sei interessant, sagte Nagel, denn in Frankfurt habe die VGF wegen der Belastung des Daches eine Klimatisierung ausgeschlossen und die Klimatisierung nur für die Arbeitsplätze des Fahrpersonals ermöglicht.

Bei den U-Bahnen tut sich unterdessen ebenfalls etwas: Die VGF will ihre U-Bahn-Flotte um 23 Mittelwagen vom Typ U5 erweitern. Die Mittelwagen von Bombardier können zwischen Wagen mit Fahrerkabine gekoppelt werden. So entstehen 75 oder 100 Meter lange Züge, die durchgängig begehbar sind. Am Freitag stellt die VGF den ersten neuen Mittelwagen vor.