Neue Straßenbahn der T-Reihe geliefert
Nach technischen Mängeln und Rückgabe der jüngsten Generation: Wagen zum Testbetrieb in Frankfurt angekommen.
Ein Straßenbahnwagen der neuen T-Baureihe, deren erste Exemplare Ende vorigen Jahres wegen technischer Auffälligkeiten an den Hersteller zurückgegeben worden waren, ist am Montag nach Frankfurt geliefert worden. Das 31,5 Meter lange Fahrzeug des Typs T30 wird nun in der Stadtbahn-Zentralwerkstatt der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) geprüft. Manche der Tests seien im Herstellerwerk nicht möglich gewesen, heißt es in einer Mitteilung der VGF. Später seien auch ausgiebige Testfahren im Frankfurter Straßenbahnnetz vorgesehen, allerdings ohne Fahrgäste. „Die ,Performance‘ des Wagens entscheidet dann über das weitere Vorgehen zur Bestellung“, heißt es weiter.
Die VGF hat insgesamt 58 der sogenannten T-Wagen beim Hersteller Alstom bestellt. 24 in der Version T30 und weitere 34 in der zehn Meter längeren Version T40, die als Erstes auf der stark genutzten Linie 11 zwischen Höchst und Fechenheim zum Einsatz kommen sollten. Mehrere Haltestellen sind schon umgebaut worden, damit die 40 Meter langen Straßenbahnwagen dort halten können.
Im November 2024 legte die VGF alle Fahrzeuge still und stoppte die Lieferung wegen technischer Mängel. Zum Beispiel dauerte das Schließen der Türen länger als üblich, Softwarestörungen ließen sich nur umständlich beheben, und auch die Sandstreuer, die zum Bremsen und Anfahren Sand auf die Schienen streuen, waren zu klein dimensioniert. Zudem soll der Spalt zwischen Wagenschwelle und Bahnsteig das für Barrierefreiheit geforderte Maß überschritten haben. Alle schon gelieferten Fahrzeuge wurden an Alstom zurückgegeben, damit der Hersteller Abhilfe schaffen kann. Ob das gelungen ist, soll jetzt geprüft werden.
Der jetzt gelieferte Wagen mit der VGF-Nummer 320 ist ein neues Exemplar und gehört nicht zu den 14 Fahrzeugen der Variante T30, die schon in Frankfurt angekommen waren und 2023 in den Betrieb gingen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Frank Nagel, hat jüngst Klarheit darüber gefordert, wie es mit der neuen Straßenbahngeneration weitergehen solle. Denn sie sei eine Voraussetzung dafür, die mit dem Nahverkehrsplan 2025+ beschlossene Ausweitung des Angebots realisieren zu können. Dazu gehören eine neue Linie 20 von Niederrad zum Rebstockbad und die Linie 13 vom Industriehof zur Heilbronner Straße.
Mit den Folgen des verzögerten Starts der neuen Wagengeneration muss sich auch der neue Technische Geschäftsführer der VGF, Steffen Geers, befassen: Der 52 Jahre alte Diplom-Physiker hat am 1. August seine Stelle angetreten. Er kommt von der Deutschen Bahn, wo er zuletzt Leiter des Regionalverkehrs Rhein-Mosel-Saar war.
