Miquelbrücke ist wieder geöffnet

Rampen ersetzen Stufen am Brückenkopf – Verbindung jetzt barrierefrei

Westend – Seit Mai war die Fußgängerbrücke über die Miquelallee gesperrt, weil sie barrierefrei umgebaut wurde. Jetzt ist sie endlich wieder geöffnet. Das begrüßt die Bürgerinitiative Grüneburgpark (BI) auch sehr, weil sie nun endlich auch von Menschen genutzt werden kann, die beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Auch die Bushaltestelle Grüneburgpark der Linie 32 ist wieder verfügbar. Was BI-Mitglied Gisela Becker allerdings ärgert: „Die wichtige Information, dass die Wegebeziehung zwischen Grüneburgpark, Miquelanlage und Carl-Schurz-Siedlung endlich wieder offen ist, wurde nicht veröffentlicht.“

Zwei Wochen Verspätung

Die Brücke ist am 5. Mai gesperrt und am 18. Juli wieder für den Verkehr freigegeben worden, sagt Laura Berneburg vom Grünflächenamt. Bei der Abnahme vergangenen Donnerstag habe es noch letzte Abstimmungen zu einigen Restarbeiten gegeben, die erfreulicherweise bereits einen Tag später ausgeführt gewesen seien und die Brücke früher als Mitte letzter Woche avisiert wieder geöffnet werden konnte. Insgesamt habe sich die Eröffnung der Brücke wegen Materialengpässen um knapp zwei Wochen verlängert. Die Gesamtkosten für den Umbau des barrierefreien Zugangs der Brücke betragen laut Berneburg voraussichtlich 420000 Euro.

Umgestaltet wurde der Brückenkopf am Fuße der Miquelanlage. Die Maßnahme ist eine von 26 Einzelmaßnahmen des Projektes Grünes Ypsilon. Dessen Ziel ist es, eine grüne Verbindung vom Sinaipark und dem Niddaufer in Ginnheim bis zum Grüneburgpark zu schaffen, dabei die Parks und Grünanlagen aufzuwerten und zudem sichere Routen für Radfahrer zu schaffen. Weil die Form des zusammenhängenden Grüngürtels wie ein Y aussieht, wurde das Projekt Grünes Ypsilon getauft. Erste Einzelprojekte werden bereits seit 2019 umgesetzt.

Laut Michael Lennartz, Projektleiter „Grünes Ypsilon“ im Grünflächenamt, ist der Umbau des Brückenkopfes Teil der im Zuge der Umsetzung des Grünen Ypsilons geplanten Aufwertung der Miquelanlage. Diese soll 2027 starten. Weil Vertreter von Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und Behindertenverbänden aber Kritik an dem Abgang der Brücke, die den Grüneburgpark mit der Miquelanlage verbindet, geäußert hatten, sei dessen Umgestaltung vorgezogen worden. Vor rund drei Jahren seien zwar auf der Brücke Schleppstufen eingebaut worden, barrierefrei werde sie aber erst sein, wenn in 10 bis 15 Jahren der Neubau angegangen werde, sagt der Projektleiter.

Mit dem Umbau des Brückenkopfes wurden jetzt die Barrieren am Brückenkopf beseitigt und die Benutzung komfortabler gestaltet. Die vorhandenen Treppen wurden durch Rampen mit geringem Gefälle ersetzt. Scharfes Linksabbiegen für Radfahrer entfällt nun, weil sie vom Grüneburgpark aus kommend zunächst kurz geradeaus weiterfahren, ehe der Weg links in einem Bogen um eine bestehende Baumgruppe herumgeführt wird, um schließlich auf der ursprünglichen Strecke zu münden.

Zeitpunkt war falsch gewählt

Zuletzt hatte es Kritik von Bürgern und dem Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) am Zeitpunkt für die Brückensperrung gegeben. Denn: Viele Schüler nutzen die Verbindung, um in die Holzhausenschule beziehungsweise ins Adorno-Gymnasium zu gelangen. Es sei völlig unverständlich, dass die Verbindung während der Schulzeit gekappt werde, kritisierte CDU-Verkehrspolitiker Frank Nagel. Denn die Kinder müssten gefährliche Umwege nehmen und den Alleenring kreuzen. Forderungen wurden laut, die Bauarbeiten abzubrechen und in der Ferienzeit nach dem 7. Juli fortzusetzen. Ohne Vollsperrung seien die Arbeiten nicht auszuführen, die Verlegung in die Sommerferien sei nicht möglich gewesen, weil die beauftragte Baufirma zu dieser Zeit nicht verfügbar gewesen sei, teilte das Grünflächenamt mit.