Freitag, 21. Mai 2021, Höchster Kreisblatt / Lokales

Verwahrloste Litfaßsäulen werden wieder aufgehübscht

SCHWANHEIM / GOLDSTEIN Veranstaltungsmangel und Regenwetter setzen den Werbeträgern zu

Ein echter “Weggucker”: eine der verwahrlosten Säulen gestern in der Rheinlandstraße. foto: privat

Sie sind Hingucker der hässlichen Sorte: Litfaßsäulen, vor allem in den Stadtteilen Schwanheim und Goldstein, an denen die einstigen Plakate für Flohmärkte, Festivals und Konzerte nur mehr als zerfetzte, im Wind wehende Papierstreifen kleben. Immerhin: Die beiden schlimmsten Exemplare dieser Werbesäulen, die mangels Veranstaltungen und damit neuer Plakate in den vergangenen Pandemie-Monaten zunehmend verwahrlosten, hat die verantwortliche Deutsche Städte Medien (DSM), eine Tochter der Ströer-Gruppe, inzwischen “geschält”, wie es in der Fachsprache heißt. Sprich: Die Fetzen wurden entfernt, so dass die Fläche wieder im neutralen Weiß erscheint.

Damit kam die DSM einem Hinweis Frank Nagels nach: Den Vorsitzenden der Schwanheimer CDU erreichten ebenso wie Ortsbeiratsmitglied und Parteifreundin Ilona Klimroth Beschwerden von Bürgern wegen der verfallenden Werbeträger. Einige Säulen hatten die Mitarbeiter bei ihrer Aufhübschung indes offensichtlich nicht auf dem Radar: So befanden sich gestern noch Säulen in der Rheinlandstraße (an der Endhaltestelle 12 sowie gegenüber der Esso-Tankstelle), in der Goldsteiner Siedlung Heisenrath und am Hofgut Goldstein weiter in beklagenswertem Zustand.

“Das ist kein strukturelles Defizit”

Dr. Sandra Trawny von der Stabsstelle Werberechte der Stadt betont, dass die DSM unabhängig von den Auslastungen der Werbeträger verpflichtet sei, die Anlagen in einem gepflegten Zustand zu halten – “wobei das Unternehmen darauf auch aus eigenem Interesse achtet”, wie sie hinzufügt. Zwar erhalte die Stadt ab und an Hinweise von Bürgern auf sich ablösende Plakate. Dabei handele es sich aber um “Einzelfälle, so dass wir einen Missstand im Sinne eines strukturellen Defizits bislang nicht festgestellt haben”. Insgesamt sei die DSM per Vertrag mit der Stadt berechtigt, insgesamt 1028 Litfaßsäulen in Frankfurt zu betreiben. Davon würden über 400 für kommerzielle Wirtschaftswerbung genutzt – sogenannte Ganzstelen, die entweder halb oder komplett gebucht werden können. Etwa 600 der Werbeträger seien sogenannte Kultur- oder Allgemeinsäulen, die mit kleineren Plakaten auf Veranstaltungen hinwiesen. Vereine oder lokale Kultureinrichtungen erhielten für die Nutzung günstige Rabatte. 86 Vereine nehmen laut Trawny das stadtweit in Anspruch.

Nicht Corona, sondern das Wetter macht die Firma Ströer auf Anfrage dieser Zeitung für den schlechten Zustand der Litfaßsäulen zuständig: “Aufgrund von Wetterlagen mit viel Regen oder Temperaturschwankungen kann es leider immer wieder vorkommen, dass sich Plakate lösen”, heißt es in der Antwort. Die Situation in den genannten Stadtteilen sei der Firma bekannt und die Mitarbeiter seien sensibilisiert. Besagte zwei Säulen seien bereits gesäubert und wieder instand gesetzt. Und: “Generell werden die Säulen regelmäßig von Mitarbeitern kontrolliert und bei Bedarf gereinigt.” michael forst