Mehrheit für Gesamtverkehrsplan

Die Stadtverordneten stimmen im Mobilitätsausschuss mehreren U-Bahn-Projekten zu

Frankfurt – Nach Bergen soll eine U-Bahn fahren, ebenso nach Enkheim, Eckenheim und zur Sachsenhäuser Warte. Das sind vier Nahverkehrsprojekte, denen die Stadtverordneten am Montagabend im Mobilitätsausschuss mehrheitlich zugestimmt haben. Sie sind Teil des Gesamtverkehrsplans Schiene 2035+ (GVP).

Wie der Name schon sagt, entwirft der Plan die Schienenlandschaft in Frankfurt in den 2030er Jahren. Die U5 ist dann in der Theorie schon ins Europaviertel und zum Frankfurter Berg verlängert. Die U4 fährt nach Ginnheim. Fahrgäste erfreuen sich an der Ringstraßenbahn von Ginnheim zur Friedberger Warte. Und die Straßenbahn fährt zum Bahnhof Höchst.

All diese Projekte setzt der Gesamtverkehrsplan Schiene nämlich voraus. „Wir wollen weiterarbeiten und vertiefende Untersuchungen in Auftrag geben“, sagte Heiko Nickel aus dem Mobilitätsdezernat. So rechtfertigte er, dass der Plan vor dem Beschluss im Mobilitätsausschuss nicht allen 16 Ortsbeiräten vorgestellt wurde.

„Wir erwarten, dass der GVP Schiene in einer ähnlich guten Bürgerbeteiligung wie der Masterplan Mobilität diskutiert wird“, sagte Willi Loose vom Bündnis Verkehrswende Frankfurt im Ausschuss, aber die Hoffnung erfüllte sich nicht. Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne) erklärte, der GVP sei Teil des Masterplans Mobilität, die Bürgerbeteiligung sei dort bereits erfolgt. Warum eine Straßenbahn auf den Sachsenhäuser Berg schlechter bewertet worden sei als die U-Bahn-Verbindung, war eine Frage, die sich Loose und andere dennoch stellten.

Wie Ulrich Rückert von Intraplan Consult, die den Plan entwickelt haben, ausführte, schneidet die U-Bahn zur Sachsenhäuser Warte besser ab als die Tram, weil sie durch die A-Strecke in ein großes Streckennetz eingebunden sei. Das wiege auch die hohen Baukosten auf, ergänzte Stadtrat Siefert. Über die geplante U-Bahn zur Sachsenhäuser Warte freuten sich zahlreiche Stadtverordnete. Sebastian Papke (FDP) und Frank Nagel (CDU) mahnten an, nun könne das Dezernat bestimmte Projekte im GVP priorisieren, aber ein entsprechender CDU-Antrag wurde auf den Haupt- und Finanzausschuss vertagt. Bislang stehen die elf Schienenprojekte, die Frankfurt allein planen kann, und die 23 empfohlenen Schienenprojekte insgesamt gleichrangig nebeneinander.

Alle Projekte zusammen werden auf 2,2 Milliarden Euro geschätzt und sind förderfähig. Zu den Straßenbahnplänen zählen eine Tram zum Sportzentrum der TG Bornheim, über Höchst nach Zeilsheim und von der Friedberger Warte nach Bornheim Mitte.