Tunnel vor Deckel?
Einhausung der A 661 findet viel Zuspruch
Die Absicht, die Autobahn 661 zwischen den Anschlussstellen Friedberger Landstraße und Frankfurt Ost unter einem grünen Deckel verschwinden zu lassen, findet in der Frankfurter Stadtpolitik eine große Mehrheit. Grüne, CDU, SPD, Linke, Volt und “Die Fraktion” haben der Magistratsvorlage im Mobilitätsausschuss zugestimmt, FDP und BFF-BIG wollen ihr Votum im Hauptausschuss abgeben. Auf 1,3 Kilometer Länge soll die A 661 mit einer als Grünzug gestalteten Einhausung versehen werden. Mit allen Nebenkosten sind für das Vorhaben bisher 850 Millionen Euro veranschlagt.
Doch das “Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn”, das sich insbesondere gegen den Bau des Riederwaldtunnels wendet, ist nicht zufrieden. Sprecher Friedhelm Ardelt-Theeck wies auf den Widerspruch hin, dass die Autobahn GmbH den Riederwaldtunnel, durch den die A 66 zur A 661 geführt werde, bis 2033 bauen wolle. Der Deckel über die A 661 werde hingegen frühestens 2038 fertig sein. Der Betrieb des Tunnels sei aber nur mit Lärmschutz erlaubt, der laut Planfeststellung aus zehn Meter hohen Wänden bestehe.
Dass der Tunnel wirklich 2033 fertig wird, daran hatte Daniela Mehler-Würzbach (Die Linke) Zweifel. In diesem Fall fände er eine Verzögerung sogar gut, sagte Thomas Schlimme (Die Grünen), der noch einmal hervorhob, dass seine Partei den Riederwaldtunnel ablehne. Selbst eine zeitliche Lücke von ein bis zwei Jahren mache die Einhausung aber immer noch zu einem vernünftigen Projekt, um den Einschnitt durch die Autobahn zwischen Bornheim und Seckbach rückgängig zu machen. Grünen-Fraktionschefin Katharina Knacker wies darauf hin, dass der Autobahndeckel Trassen für eine Verlängerung der U4 nach Seckbach und der Straßenbahn nach Bad Vilbel berücksichtige. “Wir brauchen schnell die Einhausung”, sagte auch Frank Nagel (CDU).
Ziel sei, die Einhausung gemeinsam mit dem Riederwaldtunnel fertigzustellen, sagte Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert (Die Grünen). Sollte 2029 der Planfeststellungsbeschluss für die Einhausung vorliegen, werde niemand mehr Lärmschutzwände bauen. “Aber die Autobahn GmbH wird erst ihre eigenen Pläne ändern, wenn die Stadt mit ihr eine Verwaltungsvereinbarung geschlossen hat.”
