Frankfurt plant Deckel über die A661 bis 2038
Die Stadtverordneten stimmen für die Einhausung der A661. Doch der Riederwaldtunnel kommt fünf Jahre früher als der Lärmschutz.
Von einer „Zäsur“ war die Rede, von einer „städtischen Wunde“, von einer „harten Schnittstelle“. Was die Stadtverordneten meinten: Die Autobahn A661 im Nordosten Frankfurts, die die Stadtteile Seckbach und Bornheim trennt.
Im Jahr 2038 soll diese Trennung aufgehoben sein. Die Stadtverordneten haben am späten Donnerstagabend den Beschluss für eine Einhausung der Autobahn getroffen. Geplant ist ein 1,3 Kilometer langer Deckel über der A661 zwischen Friedberger Landstraße und Seckbacher Landstraße.
80 Hektar großer Deckel
Die Einhausung soll zwei Zwecken dienen. Zum einen ist damit ein Lärmschutz für die Bewohnerinnen und Bewohner in Bornheim und Seckbach sichergestellt – der umso wichtiger wird, wenn die A661 wie geplant um jeweils eine Spur pro Richtung erweitert wird. Zum anderen ist der 80 Hektar große Deckel eine „große städtebauliche Chance“, wie Martin Huber von Volt erklärte. Das Gelände soll begrünt werden, Spazierwege sollen entstehen, die Sportanlage der SG Bornheim könnte erweitert werden, auch der Bau von Wohnungen ist möglich.
Die Vorlage des Magistrats fand eine breite Mehrheit, von Ökolinx bis BFF stimmten die Fraktionen zu. Und dennoch war es kein harmonischer Abend in der Stadtverordnetenversammlung.
„Planung korrigieren“
Der Deckel sei in erster Linie ein „wichtiges Reparaturprojekt, um Planung aus der Vergangenheit zu korrigieren“, sagte Friederike von Franque (Grüne). Sie bezeichnete die A 661 als ebenso unnötig wie den Riederwaldtunnel, der die A661 und A66 verbinden soll und die Grundlage für den Autobahnausbau bildet.
Auch Planungsdezernent Marcus Gwechenberger (SPD) sagte, durch die Einhausung werde eine Fehplanung korrigiert. Die A661 habe den Menschen im Nordosten Frankfurts Lebensqualität genommen. Das Projekt stehe in engem Zusammenhang mit dem Bau des Riederwaldtunnels, durch den der Verkehr auf der dann ausgebauten A661 zunehmen dürfte.
Braucht es trotzdem Lärmschutzwände?
Allerdings: Laut der Magistratsvorlage wird der Deckel über der Autobahn 2038 fertig sein. Der Riederwaldtunnel soll 2033 eröffnen. Die CDU möchte den Bau der Einhausung deshalb deutlich beschleunigen. Denn ansonsten brauche es in der Schneise zwischen Bornheim und Seckbach teure und vor allem hohe Lärmschutzwände, wie der CDU-Stadtverordnete Frank Nagel ausführte.
Gleich mehrere Rednerinnen und Redner betonten, dass zivilgesellschaftliches Engagement zum nun getroffenen Beschluss für eine Planfeststellung geführt habe, Der SPD-Stadtverordnete Holger Tschierschke erinnerte sich daran, dass er schon 1997 mit einem Transparent „Deckel druff“ an der Autobahn gestanden habe. Manfred Zieran (Ökolinx) blickte zurück auf die Besetzung des Bauplatzes der A661 in den 80er Jahren. Auch er stimmte für die Einhausung, betonte aber: „Der Kampf gegen die Autobahn ist nicht beendet.“
Von: Georg Leppert
