Was kommt nach dem 9-Euro Ticket?
// 24. August 2022 // Weniger ÖPNV - oder mehr Finanzmittel!? Die Diskussion beim ÖPNV geht nur in eine Richtung: Wir brauchen mehr davon. Die Nachfrage beim 9-Euro-Ticket zeigt, dass die Chancen für die Mobilitätswende in der Bevölkerung schon vorliegen....
„Mainzer Landstraße entlasten!“
// 15. Februar 2021 // U5 muss zur Mainzer Landstraße verlängert werden. Die Straßenbahn- und Buslinien östlich der Haltestelle Galluswarte sind am Limit ihrer Kapazität. Zur Entlastung schlägt der Fachausschuss Verkehr der Frankfurter CDU eine Verlängerung der U5 vom...
Informationen zur PM Westbahnhof
// 25. Januar 2021 // Nach Fertigstellung der Ringstraßenbahn (und erst Recht nach dem Lückenschluss der U4) ändern sich die Verkehrsströme zwischen Ginnheim/Bockenheim und Hauptbahnhof. Wenn dann zwischenzeitlich der barrierefreie Ausbau der S-Bahnstation Westbahnhof...
Neugestaltung der Schloßstraße
// 01. Februar 2021 // Neugestaltung der Schloßstraße zwischen dem Knotenpunkt Adalbert-/Schloßstraße und Schönhof. Zur Ausgangslage der Schloßstraße im Stadtteil Bockenheim: Beengte Platzverhältnisse stellen ein Problem auf dem 750 Meter langen Abschnitt der...
23.08.2026
Langfristige Standortpolitik erkennt man daran, dass gute Ideen Generationen überdauern.
Bei einem Gespräch mit Dr. Christoph Ries, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, konnte ich ein besonderes historisches Dokument überreichen: ein Originalschreiben der Handwerkskammer aus dem Jahr 1962 an den Magistrat der Stadt Frankfurt.
Darin wird eindrucksvoll beschrieben, warum Investitionen in die berufliche Bildung, moderne Ausbildungsstätten und die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Handwerk für die wirtschaftliche Entwicklung Frankfurts unverzichtbar sind.
Bemerkenswert ist, wie aktuell diese Argumentation auch heute noch ist. Mit dem geplanten Campus Berufliche Bildung setzen Stadt Frankfurt und Handwerkskammer diese Idee in zeitgemäßer Form fort – mit modernen Bildungsangeboten, innovativen Werkstätten und einem klaren Fokus auf Fachkräftesicherung.
Für mich zeigt dieses Dokument, dass nachhaltige Standortpolitik nicht in Legislaturperioden denkt, sondern über Jahrzehnte hinweg. Gerade deshalb war es mir wichtig, dieses Zeitzeugnis aus dem Familienbesitz wieder dorthin zurückzugeben, wo seine Geschichte ihren Ursprung hat.
Berufliche Bildung bleibt einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für unseren Wirtschaftsstandort Frankfurt.
19.08.2026





























Wer ein Verkehrsunternehmen wirklich verstehen will, muss hinter die Kulissen schauen.
Natürlich gehören Gespräche mit Geschäftsführung und Betriebsrat dazu. Natürlich braucht es Kennzahlen, Berichte, Wirtschaftspläne und Strategien.
Aber das reicht nicht. Man muss auch mit den Menschen sprechen, die morgens den ersten Bus vom Hof fahren. Mit denen, die in der Werkstatt versuchen, ein Fahrzeug trotz fehlender Ersatzteile wieder einsatzfähig zu bekommen. Mit denjenigen, die Dienstpläne und Fahrzeugverfügbarkeit jeden Tag aufs Neue zusammenbringen müssen. Manchmal bedeutet das, morgens um vier Uhr auf einem Betriebshof zu stehen. Manchmal erfährt man Entscheidendes in der Raucherecke. Und manchmal eben auf einem Sommerfest.
Deshalb war mein Besuch bei der ICB für mich in zweifacher Hinsicht wichtig: als Frankfurter Verkehrspolitiker – und als jemand, der seit vielen Jahren Verkehrsunternehmen berät.
Die Gespräche haben ein Bild bestätigt, das ich derzeit bei vielen Verkehrsunternehmen erlebe: Der ÖPNV steht 2026 unter einem enormen operativen Druck.
Fahrzeuge werden verspätet geliefert. Ersatzteile fehlen oder haben lange Lieferzeiten. Bestehende Fahrzeuge müssen länger eingesetzt werden. Subunternehmerleistungen müssen organisiert werden. Gleichzeitig müssen Flotten elektrifiziert und Betriebshöfe, Werkstätten und Ladeinfrastruktur an völlig neue Anforderungen angepasst werden. Und während all das passiert, gibt es morgens trotzdem einen Fahrplan, der gefahren werden soll.
Bei der ICB kommt hinzu, dass notwendige moderne Betriebshof- und Werkstattkapazitäten immer noch nicht in zur Verfügung stehen, wie sie für die weitere Entwicklung des Busverkehrs dringend gebraucht werden.
Was ich bei meinem Besuch aber ebenso wahrgenommen habe: viel Engagement und eine erstaunlich große Verbundenheit mit dem eigenen Unternehmen. Das Sommerfest war sehr gut besucht. Die Gespräche waren offen, interessiert und keineswegs von der negativen Grundstimmung geprägt, die man angesichts der Probleme vielleicht erwarten könnte.
Das gehört für mich ebenfalls zu einem ehrlichen Gesamtbild. Denn weder Politik noch Beratung sollten Verkehrsunternehmen von außen erklären, wie ihr Betrieb funktioniert.
Wir müssen zuhören. Vor Ort. Auf allen Ebenen.
Erst aus Geschäftsführung, Arbeitnehmervertretung, Werkstatt, Fahrdienst und eigener Beobachtung entsteht ein Bild, auf dessen Grundlage man vernünftige Entscheidungen treffen kann.
Und vielleicht ist das 2026 wichtiger denn je: Verkehrsunternehmen brauchen bei berechtigter kritischer Begleitung gleichzeitig Politik und Partner, die verstehen, unter welchen Bedingungen sie derzeit arbeiten – und ihnen helfen, die strukturellen Probleme zu lösen.
Wer ÖPNV verbessern will, muss zuerst verstehen, was jeden Morgen nötig ist, damit er überhaupt fährt.
26.08.2026